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Recruiting-Video: Ablauf, Kosten und was wirklich wirkt

Von Nephta, RESIGNN · Aktualisiert: 21.10.2026 · 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Ein Recruiting-Video stellt dein Unternehmen als Arbeitgeber vor, am besten mit echten Mitarbeitenden statt mit Hochglanzbildern. Ein kompaktes Video mit einem Drehtag kostet 2026 meist 3.500 bis 6.000 Euro netto, die meisten Projekte für den Mittelstand liegen bei 6.000 bis 15.000 Euro.

Warum ein Recruiting-Video, und warum kein Imagefilm?

Laut Bitkom nutzen 62 Prozent der deutschen Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten Social Media, um neue Mitarbeitende zu finden. Video ist dort das stärkste Format. Entscheidend ist aber, welches Video.

Eine Umfrage des Recruiting-Anbieters softgarden unter mehr als 4.000 Bewerbenden in Deutschland zeigt: 81 Prozent ist die Glaubwürdigkeit eines Arbeitgebers sehr wichtig. Ausgerechnet Imagefilme schnitten dabei am schlechtesten ab, mehr als die Hälfte fand sie eher nicht glaubwürdig. Für 52 Prozent ist eine unglaubwürdige Darstellung sogar ein Ausschlusskriterium.

Die Lehre daraus: Ein gutes Recruiting-Video zeigt echte Menschen, echte Arbeitsplätze und echte Sätze. Lieber ein ehrliches Gespräch mit dem Team als Drohnenflüge über das Firmengebäude.

Was kostet ein Recruiting-Video?

Wir haben im Oktober 2026 die Preisangaben von fünf deutschen Produktionen verglichen, darunter eine mit Studio in Köln. Alle Preise netto:

Umfang Typischer Inhalt Preis (netto)
Kompakt 1 Drehtag, 60 bis 90 Sekunden, ein Standort 3.500 bis 6.000 Euro
Standard (Mittelstand) 1 bis 2 Drehtage, mehrere Mitarbeitende, Social-Media-Schnitte 6.000 bis 15.000 Euro
Employer-Branding-Kampagne Hauptfilm, Porträts, mehrere Standorte 15.000 bis 30.000 Euro und mehr

Ein Beispiel aus einer der Quellen zeigt die Aufteilung bei einem kompakten Video: Vorbereitung 800 bis 1.200 Euro, Drehtag mit Kamera und Ton 1.800 bis 2.400 Euro, Schnitt 1.200 bis 1.800 Euro, Musiklizenz 150 bis 300 Euro. Werden an einem Drehtag mehrere Kurzvideos produziert, sinkt der Preis pro Video deutlich.

So läuft die Produktion ab

  1. Zielgruppe klären: Suchst du Azubis, Fachkräfte oder Führungskräfte? Davon hängen Ton, Länge und Plattform ab.
  2. Menschen auswählen: Zwei bis vier Mitarbeitende, die gern erzählen. Kein auswendig gelernter Text, sondern Fragen, auf die sie frei antworten.
  3. Drehtag: Interviews am Arbeitsplatz, dazu Aufnahmen vom echten Alltag. Ein gut geplanter Tag reicht meist für ein Hauptvideo und mehrere Kurzclips.
  4. Schnitt: eine Version für Karriereseite und Stellenanzeige, kurze Hochkant-Versionen für Instagram, TikTok und LinkedIn, alle mit Untertiteln.
  5. Einsatz: in jede passende Stellenanzeige, auf die Karriereseite und als Anzeige in der Region.

Tipps, die den Unterschied machen

  • Länge: LinkedIn empfiehlt für Videos in Stellenanzeigen ein bis zwei Minuten. Für Social-Media-Anzeigen lieber unter 30 Sekunden.
  • Die ersten Sekunden: Starte mit einer echten Aussage aus dem Team, nicht mit dem Firmenlogo.
  • Untertitel: Viele schauen ohne Ton. Ohne Untertitel geht die Botschaft verloren.
  • Konkret werden: Arbeitszeiten, Team, Weiterbildung, Benefits. Bewerbende wollen wissen, wie der Alltag wirklich aussieht.
  • Mehrere Formate aus einem Dreh: Ein Street-Interview-Format mit Mitarbeitenden oder kurze "Ein Tag bei uns"-Clips funktionieren auf Social Media oft besser als der lange Film. Wie das Format funktioniert, erklären wir unter Street-Interviews im Marketing.

Häufige Fragen

Was kostet ein Recruiting-Video?

Ein kompaktes Video mit einem Drehtag und 60 bis 90 Sekunden Länge kostet meist 3.500 bis 6.000 Euro netto. Mehrere Mitarbeitende, mehrere Standorte und Social-Media-Schnitte bringen es auf 6.000 bis 15.000 Euro, ganze Kampagnen auf 15.000 Euro und mehr.

Wie lang sollte ein Recruiting-Video sein?

Für Stellenanzeigen und Karriereseiten empfiehlt LinkedIn ein bis zwei Minuten. Für Anzeigen auf Social Media sind kürzere Schnitte unter 30 Sekunden sinnvoll, mit der wichtigsten Aussage in den ersten Sekunden.

Wer sollte im Recruiting-Video sprechen?

Am besten Mitarbeitende aus dem Team, das die neue Person verstärken soll. In einer Umfrage unter Bewerbenden schnitten Imagefilme und Videos, in denen nur die Geschäftsführung spricht, bei der Glaubwürdigkeit schlecht ab.

Brauchen Recruiting-Videos Untertitel?

Ja. Viele Menschen schauen Videos auf dem Handy ohne Ton. Untertitel sorgen dafür, dass die Botschaft trotzdem ankommt.

Wo setze ich das Recruiting-Video ein?

In der Stellenanzeige, auf der Karriereseite, auf LinkedIn, Instagram und TikTok und als Anzeige. Plane beim Dreh gleich kurze Schnitte für Social Media mit ein.

Quellen

  1. RHEINSPACE: Recruiting Video, Produktion, Kosten und Formate (09.06.2026)
  2. FIUMU: Recruiting Video Kosten (2026)
  3. ESCAPE Filmproduktion: Was kostet ein Recruitingvideo? (05.09.2026)
  4. PAKU Media: Was kostet ein Imagefilm? 2026 (01.04.2026)
  5. Computerwoche: Arbeitgeber patzen im Recruiting-Prozess, softgarden-Studie (01.07.2024)
  6. LinkedIn Talent Solutions: Video job descriptions
  7. Bitkom: 8 von 10 deutschen Unternehmen haben ein Social-Media-Profil (26.08.2025)

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