was ist ugc

Was ist UGC? UGC-Videos für Unternehmen einfach erklärt

Von Nephta, RESIGNN · Aktualisiert: 21.10.2026 · 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: UGC steht für User Generated Content, also Inhalte, die nicht von der Marke selbst, sondern von Nutzern oder Kunden erstellt werden. Im Marketing meint man damit heute meist Videos, die wie echte Erfahrungsberichte aussehen und von bezahlten UGC-Creatorn für Werbung und Social Media produziert werden.

UGC einfach erklärt

Ursprünglich bezeichnet User Generated Content alles, was Nutzer selbst ins Netz stellen: Bewertungen, Fotos, Videos, Kommentare. Die OECD beschrieb es schon 2007 als Inhalte, die öffentlich im Internet stehen, eine eigene kreative Leistung zeigen und außerhalb professioneller Abläufe entstehen.

Im Marketing hat sich der Begriff verschoben. Wenn heute von UGC-Videos die Rede ist, sind fast immer Videos gemeint, die so aussehen, als hätte ein echter Kunde sie gefilmt: direkt in die Kamera gesprochen, mit dem Handy aufgenommen, ehrlich im Ton. Oft werden sie aber gezielt von bezahlten UGC-Creatorn für eine Marke produziert.

Organischer UGC und bezahlter UGC

Organischer UGC Bezahlter UGC (UGC-Creator) Influencer-Marketing
Wer erstellt? echte Kunden, freiwillig beauftragte Creator Influencer
Wo läuft es? auf dem Kanal des Kunden auf deinen Kanälen und in Anzeigen auf dem Kanal des Influencers
Kosten keine, aber Erlaubnis nötig pro Video pro Beitrag, abhängig von Reichweite
Reichweite des Erstellers wichtig? nein nein ja

Der wichtigste Unterschied zum Influencer: Ein UGC-Creator braucht keine große Followerschaft. Du kaufst das Video, nicht die Reichweite.

Warum Marken auf UGC setzen

Menschen vertrauen Menschen mehr als Werbung. In einer viel zitierten Umfrage von Stackla aus dem Jahr 2019 (USA, Großbritannien, Australien) sagten 79 Prozent der Befragten, dass nutzergenerierte Inhalte ihre Kaufentscheidung stark beeinflussen, aber nur 13 Prozent sagten das über Inhalte von Marken. Die Zahlen sind älter und nicht aus Deutschland, die Richtung bestätigt sich aber auf den Plattformen selbst: Nach eigenen Auswertungen von TikTok erzielen Anzeigen mit Creator-Inhalten bei gleichen Kosten eine um 70 Prozent höhere Klickrate als Anzeigen ohne Creator.

Für Unternehmen heißt das: Ein ehrliches Handyvideo, in dem jemand dein Produkt benutzt, kann mehr verkaufen als ein glatt produzierter Werbespot.

Typische UGC-Videoformate

  • Erfahrungsbericht: Eine Person erzählt direkt in die Kamera, warum sie das Produkt nutzt.
  • Unboxing: Auspacken und erster Eindruck, mit Spannung aufgebaut.
  • Tutorial: "So benutze ich es", Schritt für Schritt.
  • Vorher und nachher: zeigt den Unterschied, muss aber realistisch bleiben.
  • Tagesablauf: Das Produkt taucht im Alltag auf, ganz nebenbei.
  • Street Interview: Passanten werden spontan befragt. Das Format wirkt besonders echt. Mehr dazu in unserem Artikel über Street-Interviews im Marketing.

Was kostet ein UGC-Video?

Die Preise gehen weit auseinander, weil es verschiedene Märkte sind. Stand Oktober 2026, netto:

Anbieter Preis pro Video
UGC-Plattformen (Massenmarkt) ca. 50 bis 150 Euro
Freelance-Creator, Einsteiger 100 bis 250 Euro
Erfahrene Creator 300 bis 800 Euro
Profis mit Nischenerfahrung 800 bis 1.500 Euro
Agentur-Pakete 800 bis 2.000 Euro für 3 bis 5 Videos

Dazu kommen oft Aufschläge für Nutzungsrechte: Soll das Video als bezahlte Anzeige laufen, rechnen Creator meist 20 bis 100 Prozent mehr, bei zwölf Monaten oder unbegrenzter Nutzung auch deutlich mehr. Zusätzliche Hooks, also alternative Videoanfänge zum Testen, kosten oft 25 bis 50 Prozent extra.

Nutzungsrechte: Das musst du klären

Ein UGC-Video ist urheberrechtlich geschützt. Der Creator räumt dir Nutzungsrechte ein, und die können nach § 31 Urheberrechtsgesetz zeitlich, räumlich und inhaltlich begrenzt sein. Wichtig: Was im Vertrag nicht ausdrücklich steht, ist im Zweifel nicht erlaubt. Kläre deshalb schriftlich:

  1. Wo das Video laufen darf: eigene Kanäle, Website, bezahlte Anzeigen auf Meta oder TikTok.
  2. Wie lange: drei, sechs, zwölf Monate oder unbegrenzt.
  3. Ob du schneiden darfst: Kurzversionen, neue Hooks, Untertitel.
  4. Exklusiv oder nicht: Darf der Creator dasselbe Video anderen verkaufen?
  5. Rohmaterial: Bekommst du die Rohdateien?

Ist eine erkennbare Person im Video, brauchst du zusätzlich ihre Einwilligung (§ 22 Kunsturhebergesetz). Und veröffentlicht der Creator das Video auf seinem eigenen Kanal, muss es als Werbung gekennzeichnet sein.

So startest du mit UGC

Fang klein an: drei bis fünf Videos mit unterschiedlichen Formaten und Hooks, alle mit klaren Nutzungsrechten. Teste sie organisch und als Anzeige, und produziere danach mehr von dem, was funktioniert. Wer sich die Suche nach Creatorn, Briefings und Verträge sparen will, lässt das von einer Agentur übernehmen, die Dreh und Schnitt gleich mitmacht.

Häufige Fragen

Was ist UGC Content?

Inhalte wie Videos, Fotos oder Bewertungen, die von Nutzern statt von der Marke erstellt werden. Im Marketing sind damit oft Videos gemeint, die bewusst wie ein echter Kundenbeitrag wirken: Erfahrungsbericht, Unboxing, Tutorial.

Was ist der Unterschied zwischen UGC und Influencer-Marketing?

Ein Influencer postet bezahlte Inhalte auf seinem eigenen Kanal für seine Follower. Ein UGC-Creator liefert Videos an die Marke, die sie auf ihren eigenen Kanälen oder als Werbeanzeige nutzt. UGC-Creator brauchen dafür keine große Reichweite.

Was kostet ein UGC-Video?

Über Plattformen etwa 50 bis 150 Euro, bei Einsteiger-Creatorn 100 bis 250 Euro, bei erfahrenen Creatorn 300 bis 800 Euro pro Video. Für die Nutzung in bezahlten Anzeigen kommt oft ein Aufschlag von 20 bis 100 Prozent dazu.

Darf ich Videos von Kunden einfach auf meinem Kanal posten?

Nein. Auch öffentliche Beiträge darfst du nur mit Erlaubnis nutzen. Hol dir die Zustimmung schriftlich und nenne genau, wo und wie lange du das Video verwenden willst.

Muss bezahlter UGC als Werbung gekennzeichnet werden?

Wenn der Creator das Video auf seinem eigenen Kanal veröffentlicht und dafür bezahlt wird oder das Produkt bekommt, ja. Veröffentlichst du es auf deinem Markenkanal, ist ohnehin klar, dass es Werbung ist.

Quellen

  1. OECD: Participative Web and User-Created Content (2007)
  2. Stackla: Consumer Content Report, via MarTech Series (Februar 2019)
  3. TikTok for Business: The Creator Advantage (24.11.2025)
  4. Gesetze im Internet: § 31 UrhG, Einräumung von Nutzungsrechten
  5. Gesetze im Internet: § 22 KunstUrhG
  6. IHK Chemnitz: Kennzeichnung von Werbung durch Influencer
  7. Influee: UGC Creator Deutschland (2026)
  8. FUTRIZE: UGC Creator Agentur 2026 (21.08.2026)
  9. CreatrLabs: UGC Creator Preise festlegen (20.04.2026)

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